Die 365-Tage-Challenge: Der erste Monat ist rum – Lessons learned!

Vor etwas mehr als einem Monat habe ich mich entschieden für die nächsten 365 Tage jeden Tag ein Bild zu schießen. Warum ich mich dazu entschieden habe, findest du unter anderem in meinem allerersten Blogbeitrag.

Der erste Monate ist rum und ich möchte dir in diesem Artikel meine Erfahrungen und das weitere Vorgehen erläutern

Die Euphorie in der ersten Woche war enorm. Nach der Arbeit oder auch vor der Arbeit bin ich nochmal losgefahren und habe nach verschiedensten Motiven Ausschau gehalten. Ab und an war ich mit zu wenig Kreativität gesegnet, sodass ich im ersten Monat schon einen Tag aussetzen musste. Im großen Ganzen bin ich aber mit dem ersten Monat was die Kontinuität angeht sehr zufrieden.

Nach der zweiten Woche war ich es leid überall meine Kamera mithin zu nehmen. Mein Kamerarucksack ist praktisch und ich bekomme neben meinem Equipment auch meinen Laptop für die Arbeit mit rein. Allerdings gefällt es mir nicht, dass aus dieser wunderbaren Challenge jetzt schon ein Zwang wird. Also habe ich mich dazu entschieden die täglichen Bilder mit meinem Handy zu schießen. Das hat man ja meistens eh dabei.

Für mich geht es bei der Herausforderung darum, einen Blick für Kleinigkeiten und Details zu bekommen. Das habe ich im ersten Monat gut umgesetzt.

Inzwischen ist es zum Ritual geworden am Samstag morgen gemeinsam mit Nox auf eine kleine Fototour zu fahren. An dem einen Wochenende sind wir um 5 Uhr morgens aufgestanden und ans Steinhuder Meer gefahren, nur um den Sonnenaufgang zu fotografieren. Nox hat die Gelegenheit genutzt und ist gleich Baden gegangen. Hund müsste man sein!Wenn ich meine Lessons Learned aus dem ersten Monat in wenigen Stichpunkten zusammenfasse, sieht das folgendermaßen aus:

  • Die beste Kamera ist die, die du dabei hast!
  • Das Bild hundertprozentig in Wage zu schießen wird mir nie gelingen. Gott sei Dank gibt es Lightroom!
  • fast alles sieht cooler aus, wenn du näher ran gehst.
  • Lightroom ist klasse, aber dann bitte nicht die Autokorrektur!
  • Licht, Licht, Licht!
  • Ich brauche definitiv ein neues Stativ. Mein Ministativ von der GoPro ist in der Perspektive doch sehr eingeschränkt und weniger für eine große Spiegelreflexkamera geeignet.
  • Dranbleiben lohnt sich. Jetzt schon werde ich von Freunden und Kollegen auf meine Bilder angesprochen und auf die Fortschritte, die ich mache.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Challenge nach wie vor super ist! Ich freue mich auf die nächsten Monate, auf die wechselnden Jahreszeiten und die sich dadurch ergebenen neuen Motive. In den nächsten Monaten möchte ich mich an dem einen oder anderen Porträt versuchen, vorausgesetzt es meldet sich jemand freiwillig.
Durch Social Media ist man sehr schnell mit anderen Fotografen vernetzt und ich schätze die wertschätzende und hilfsbereite Art in den diversen Gruppen bei Facebook sehr.
Auf jeden Fall steht auch noch eine gemeinsame Fototour mit anderen Fotografen aus. Vielleicht kann ich da den einen oder anderen Tipp abstauben.

Hier findest du einen kleinen Eindruck aus den letzten Wochen. Meine gesamte Dokumentation der 365-Tage-Challenge findest du auf meiner Instagram-Seite.

5 Tipps für bessere Fotos im Wald

Die Fotografie ist unglaublich facettenreich. Denkt man an Landschaftsfotografie sind es beeindruckende Weiten, ein schönes Spiel zwischen Licht und Schatten und der Blick auf das große Ganze die die Bildkomposition bestimmen.
Das genaue Gegenteil ist hier die Makrofotografie. Mit speziellen Objektiven kannst du sehr nah ein kleine Motive gehen und die wunderschönen Kleinigkeiten der Natur festhalten.

Wie toll wäre es doch das Beste aus beiden Welten zu kombinieren oder? Der perfekte Fotospot muss gar nicht weit weg sein. Geh doch morgen früh mal in den Wald. Wenn die Sonne grade aufgegangen ist und die Welt erwacht, findest du schöne Motive für dein nächstes Instagram-Bild.

In diesem Beitrag habe ich dir ein paar wertvolle Tipps zusammengestellt, die dir zu besseren Fotos verhelfen.

Tipp Nr. 1: Finde einen interessanten Blickwinkel

Hast du dir die Welt schon mal aus der Perspektive deines Haustiers angeschaut (außer dein Haustier ist mit dir bereits auf Augenhöhe)? Geh in die Knie oder leg dich flach auf den Boden und schau durch den Sucher deiner Kamera. Schalte den Bildschirm aus, denn so kannst du deine Umwelt ausblenden und siehst nur das, was deine Kamera sieht. So kann einfaches Gras aus dem richtigen Blickwinkel ganz anders wirken. Vielleicht entdeckst du ja auch einen Käfer, den du im Stehen übersehen hättest.

So sieht unser Hund Nox die Welt, interessant oder?

Tipp Nr. 2: Stell ein markantes Motiv frei

Ich habe viele Bilder aus tollen Wäldern, klasse Lichtverhältnissen und einer perfekten Belichtung gesehen. Wie kann es sein, dass das Bild einen dennoch langweilt? Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist einfach zu viel auf dem Bild.
Daher mein Tipp: Beschränke dich auf ein Motiv. Verwende dann eine größere Blendenöffnung um den Hintergrund unscharf wirken zu lassen und schon sieht die selbe Szene ganz anders aus.

Freigestelltes Motiv mit großer Blendenöffnung

Tipp Nr. 3: Finde Strukturen

Hast du dir schon mal einen umgefallenen Baum genauer angeschaut? Je nach dem wie lange der Baum dort liegt, findest du unglaublich interessante Strukturen: Moos, abgebrochene Äste, morsche Stellen und neues wachsendes Leben in Form von jungen Trieben, die sich zwischen dem toten Baum den Weg bahnen.
Nimm dazu ruhig mal eine Festbrennweite und beweg dich zwischen den Ästen, abseits der Wege um interessante Strukturen zu finden. Nutzen deinen Fußzoom und beweg dich an das Motiv ran, um den optimalen Bildausschnitt zu finden.

Detailaufnahme eines vermoderten, umgestürzten Baumes

Tipp Nr. 4: Langzeitbelichtung geht auch ohne fließendes Wasser

Eine Langzeitbelichtung kann auch im ruhigen Wald interessant sein. Außerdem entschleunigt diese Technik enorm.
Den besten und wertvollsten Tipp, den ich dir geben kann ist daher einen Fernauslöser zu verwenden oder, so mache ich es, einen Selbstauslöser einzustellen.
Langzeitbelichtungen ohne ND-Filter gestalten sich etwas schwieriger, denn du muss genau darauf achten, wie lange du mit den Lichtverhältnissen im Wald belichten kannst. Schnell ist ein Bild, was in deinem Sucher perfekt belichtet ist zu hell. Als Faustformel: Je länger die Belichtungszeit, desto dunkler sollte dein Motiv, bzw. stark dein ND-Filter sein.
Durch die längere Belichtungszeit werden, wie ich finde, mehr Details eingefroren und Bewegungen verwischt. Das Bild wird mit dieser Technik total interessant. Das kannst du mit keinem Bildbearbeitungsprogramm der Welt erzeugen.

Langzeitbelichtung mit Stativ

Tipp Nr. 5: Vignetten in der Nachbearbeitung

Ich bearbeite alle meine Bilder mit Lightroom nach. Hier setze ich keine fancy Filter, sondern versuche das Bild so natürlich wie möglich zu lassen. Mit einer Vignettierung kannst du den Fokus des Bildes noch mehr hervorheben und du erzeugst eine geheimnisvolle Atmosphäre.

Hier das gleiche Motiv, wie in Tipp Nr. 4 zu sehen. Allerdings bearbeitet in Lightroom und mit einer Vignette versehen.

Habe ich deiner Meinung nach einen Tipp vergessen? Lass‘ es mich in den Kommentaren wissen oder schreib mir eine Email mit deinen Fragen oder Anregungen an kontakt@niclasflenter.com oder verwende mein Kontaktformular.

Der erste Blogeintrag / Why?

Wie du vielleicht auf der Seite „Über mich“ gelesen hast, möchte ich dich mit auf meine Reise der Fotografie nehmen.

In meinem ersten Blogeintrag geht es um den Start und die Veränderung, die die Fotografie, oder mehr die Kreativität, bei mir auslöst.
Ich bin Führungskraft in einem großen Versicherungskonzern. Mein Alltag besteht aus Emails, Mitarbeitergesprächen, Meetings und der Auseinandersetzung mit Kennzahlen. Mein Tag startetet immer um 6 Uhr und mit der morgendlichen Gassirunde mit unserem Hund Nox. Auf dem Weg checke ich die ersten Mails, schaue bei Social Media, was es so Neues gibt. Danach sehe ich über mein Tablet in meinen Terminkalender und schaue, was heute den Tag über so ansteht. Der erste Kaffee wird getrunken und dann geht es zur Arbeit. In der Regel fange ich zwischen 8 und 8:30 Uhr an zu arbeiten und bearbeite die Emails vom Vortag. Ich bereite sämtliche Mitarbeitergespräche und Termine vor. Ab 9:30 Uhr klingelt im Halbstundentakt mein Telefon.

Zwischen den Terminen und Gesprächen bleibt ein bisschen Zeit zu Essen und Plauschen mit den Kollegen. Zwischen 16 und 17:30 Uhr fahre ich meinen PC runter und verabschiede mich in den Feierabend. Tag für Tag.

Bitte versteh mich nicht falsch. Ich liebe meinen Job! Ich liebe es mit Menschen zu arbeiten und dafür zu sorgen, dass meine Mitarbeiter gerne zur Arbeit kommen.
Mit der Zeit hat mich der Alltag eingeholt. Ich verliere den Blick für das Wesentliche: mich. Meine kleine Familie. Und mich.

Mittlerweile lasse ich das Handy auf dem morgendlichen Spaziergang in der Hosentasche und zücke es nur noch, um ein Bild von den vielen wunderbaren Kleinigkeiten, die ich auf dem Weg sehe, zu schießen. Keine Emails, keine Termine, kein Social Media am Morgen.

Mein Geist fühlt sich befreit.
Unterhält man sich mit Trainern, Coaches und Mentoren wird jeder dir sagen: „Lass das Handy am Morgen und am Abend aus.“ Das sagt sich so leicht.
Wenn dein Leidensdruck nicht groß genug ist, wirst du es auch nicht ändern. Wenn dir aber mit der Zeit die Decke auf den Kopf fällt, weil du anfängst darüber nachzudenken wohin du in deinem Leben willst, dann probiert man zwangsläufig verschiedene Dinge aus, in der Hoffnung einen Ausgleich zu finden.
Kreativität tut gut. Das hat mich dazu veranlasst mich jeden Tag neben meinem Job mit etwas komplett anderem zu beschäftigen.
Die Fotografie liegt mir und macht Spaß. Warum also nicht öfter mal auf die Kleinigkeiten im Leben achten?
Um mich selbst zu meinem Glück zu zwingen, habe ich mich der Herausforderung gestellt jeden Tag für die nächsten 365 Tage ein Bild zu schießen. Egal was, egal mit welcher Kamera.

Hier meine ersten Bilder:

Sicherlich nicht die besten Bilder. Für den Profi nicht mehr als ein Schnappschuss. In den ersten Monaten möchte ich kein Bild im Automatikmodus knipsen. Ich habe mich ganz allein im M-Modus (manueller Modus) bewegt und über YouTube-Videos einiges über Blende, Verschlusszeit und ISO-Werte gelernt.
Ich bin guter Dinge, dass die nächsten Bilder besser werden.

Damit ich nicht jeden Morgen mit dem Kamerarucksack losgehe, habe ich mich dazu entschieden unter der Woche die Bilder mit dem Handy zu machen. Am Wochenende nehme ich mich mehr Zeit und fahre zum Fotografieren an den einen oder anderen Ort in der Region.

Ich habe hier eine Seite mit meinen Fotospots erstellt. Dort kannst du auf einer Karte verfolgen, wo ich bislang Bilder gemacht habe.

Wenn du möchtest, schau doch in Zukunft öfter mal vorbei. Ich würde mich freuen!