Endlich schöne Foodbilder!, Kapitel 3: Es geht los: Kameraeinstellung und Licht

Die richtige Kameraeinstellung ist entscheidend. Sicherlich kannst du mit deinem Smartphone nicht so viel einstellen. Ist dies deine Wahl für deine Food-Reportage, dann überspringe dieses Kapitel einfach. Den Rest, den ich jetzt noch bei mir habe darf sich auf ein paar einfache Grundlagen der Fotografie freuen. 

Es dreht sich in der Fotografie immer um drei Werte: Blende, Belichtungszeit und ISO.

Blende:

Stell dir die Blende wie die Pupille deiner Augen vor. Je größer deine Pupillen (Blende) sind, desto mehr Licht fällt auf deine Netzhaut (Sensor). Je weiter die Blende geöffnet ist, desto mehr kannst du ein Objekt freistellen. Freistellen bedeutet in diesem Fall, dass das Stück Fleisch klar und scharf zu erkennen, der Hintergrund aber verschwommen ist. Dies bezeichnet man als Bokeh.

Ist deine Blende weiter geschlossen, wird auch deine Umgebung schärfer. 

Je niedriger der Blendenwert, desto offener ist die Blende. Ist der Blendenwert hoch, ist deine Blende geschlossener. Das muss man sich leider einfach merken. 

Belichtungszeit:

Je mehr Licht auf den Sensor bei einer offenen Blende fällt, desto geringer sollte die Belichtungszeit oder auch Verschlusszeit sein. Lange Belichtungszeiten sind in der Food-Fotografie selten. 

Möchtest du zum Beispiel das Entzünden deines Grills festhalten, so sollte deine Belichtungszeit sehr kurz sein, damit man die Funken, die sonst so schnell verschwinden, festgehalten werden. Bei diesen Motiven empfiehlt es sich zusätzlich eine Serienaufnahme zu machen. So kannst du dich später für das beste Bild entscheiden.

Je kürzer die Belichtungszeit, desto weniger Licht fällt (logischerweise) auf den Sensor und umso dunkler wird dein Bild.

ISO:

Möchtest du in einer dunklen Umgebung mit einer kleineren Blendenöffnung (um möglichst viel auf dem Bild scharf zu stellen) und mit einer kurzen Verschlusszeit (weil zum Beispiel spielende Kinder auf den Tisch laufen) fotografieren, so hast du von den mechanischen Einstellungen an deiner Kamera ein sehr dunkles Bild, es sei denn der Raum oder die Terrasse ist sehr gut ausgeleuchtet. 

Hier kommt der ISO-Wert ins Spiel: Deine Kamera kann die Empfindlichkeit des Sensors erhöhen und mittels höherem ISO-Wert das Bild heller einstellen. Für die Alltägliche Fotografie empfehle ich dir die Einstellung „Auto-ISO“. Damit überlässt du es deiner Kamera das Bild richtig zu belichten. Und du kannst dich nachdem du die Kamera eingestellt hast auf das Fotografieren konzentrieren. 

Licht:

Mama hat früher immer gesagt: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“. Ähnlich verhält es sich mit dem Licht. Sicherlich kannst du externe Lichtquellen wie Softboxen, Röhren oder Blitze installieren und deine Küche ausleuchten wie einen Tatort bei CSI: NY. Das natürlichste Licht gibt es jedoch vollkommen kostenfrei am Himmel. Die meisten meiner Foodbilder sind mit natürlichem Sonnenlicht aufgenommen. Ein Sprichwort unter Fotografen lautet: „Zwischen 11 und 2 hat der Fotograf frei.“ Das soll heißen, dass du als Fotograf die Mittagssonne meiden sollst, da das Licht direkt von oben kommt und in der Portraitfotografie unschöne Schatten wirft. In der Foodfotografie kannst du dir aber genau das zu nutze machen. Du möchtest ja möglichst viel von deinem leckeren Gericht zeigen und möglichst wenig Schatten auf dem Teller. Sollte das Motiv mit Sonnenlicht zu wenig ausgeleuchtet sein, so kann du einen Reflektor verwenden und die wenigen Sonnenstrahlen bündeln und auf dein Motiv lenken. Sind die Sonnenstrahlen zu stark kannst du einen Diffusor verwenden, um die Sonnenstrahlen aufzubrechen und das Licht weicher zu machen. 

Ein natürlicher Diffusor sind diese ganz vielen verschleierten Wolken. Wenn die Sonne dahinter scheint, wirkt es oft heller als an einem wolkenfreien Tag.

Mit dem Smartphone hast du all diese Einstellungen nicht. Ein großer Vorteil ist, dass du ganz einfach mit dem Finger den Punkt auf dem Bild auswählen kannst, der hervorgehoben oder auch stärker belichtet werden soll.  

Um dich am Anfang mit den ganzen Einstellungen nicht zu überfordern, kannst du im sogenannten A-Modus (bei Canon Av-Modus) fotografieren. Das A steht hier aber nicht für den Automatikmodus, sondern für eine Blenden-Priorisierung. Du kannst dich als am Anfang für eine Blendenöffnung entscheiden und deine Kamera wählt passend zum Objekt (bewegt oder nicht bewegt) die passende Belichtungszeit und den richtigen ISO-Wert. 

Wenn ich für ein Food-Shooting gebucht werde, ist die Einstellung auch für mich das beste Mittel, um mich voll und ganz auf die Motive und den richtigen Moment konzentrieren und bin nicht die ganze Zeit damit beschäftigt an meiner Kamera herum zu spielen. 

Im nächsten Kapitel geht es um die Wahl der richtigen Motive für deine Foodbilder. Stay tuned!

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